Veggie-Soulfood: Interview mit Janina Uhse

Am Herd fühlt sich Schauspielerin Janina Uhse so wohl wie am Filmset. Sie entwickelt eigene kreative Rezepte. Im Herbst 2021 ist ihr zweites Kochbuch I love Veggie erschienen. Wir haben die Frohnatur zum Interview getroffen. 

FOODIE: Liebe Janina, für dein neues Kochbuch hast du Gerichte ohne Fleisch und Fisch entwickelt. Bist du selbst Vegetariern?

Janina Uhse: Nein, doch in den vergangenen Jahren habe ich meinen Konsum von Fleisch und Fisch auf ein Minimum reduziert. Das hat viele Gründe, einige sind pragmatischer Natur, denn oft koche ich spontan mit Zutaten, die ich zu Hause habe. Da ich Fleisch und Fisch immer nur nach Bedarf kaufe, bereite ich meisten vegetarische im „daily business“ zu. Die Garzeit ist da außerdem häufig sehr viel kürzer, das spart Zeit, wenn es schnell gehen muss. Der zweite Grund ist ein sich veränderndes Bewusstsein, das aus Fragen entsteht, die ich mir stelle: Was kann ich zu einer besseren Welt beitragen? Sind wir noch auf dem richtigen Weg? Ich mache mir Gedanken darüber, wie man den nachfolgenden Generationen einen lebenswerten Planeten hinterlassen kann. Ich bin der Überzeugung, dass eine überwiegend pflanzliche Ernährung – neben anderen Komponenten – einen Teil dazu beitragen kann.

FOODIE: Was sind deine Tipps für Geschmack und Vielfalt im Veggie-Essen?

Janina Uhse: Gewürze, frische Kräuter und am besten Regionales und Saisonales verarbeiten, diese Zutaten sind in der Regel so viel geschmacksintensiver, sodass man gar nicht viel tun muss. Ich mache mir seit gut zwei Jahren Salzgemüse, davon gebe ich immer einen Teelöffel mit in meine Gerichte. Es ist erstaunlich, wie viel tiefer der Geschmack dann wird. Dafür bereite ich eine Paste aus Gemüse, etwa Pastinaken, Karotten oder Sellerie und vermenge dieses mit der Formel: Auf 150 Gramm kommen 20 Gramm Salz. That´s it. An einem kühlen Ort ist es monatelang haltbar.

FOODIE: Was ist für dich das beste vegetarische Soulfood?

Janina Uhse: Das kann jeden Tag etwas anderes sein. Mal ist es eine gesunde Bowl mit Nüssen und einem leckeren Dressing, an anderen Tagen ein Schmorgericht, beispielsweise ein Bohneneintopf. Herrlich!

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Das Kochbuch von Janina Uhse: I love Veggie

FOODIE: Mit welchem Gericht überzeugst du leidenschaftliche Fleischfans?

Janina Uhse: Ich habe eine vegetarische Geheimwaffe, wenn es mal deftig sein soll: Ich nenne das Rezept „Kohlknaller“, mit dem ich Fleischfans immer wieder überrasche. Man muss Spitzkohl einfach nur in den Ofen schieben, durch die lange Schmorzeit entsteht ein unfassbar tiefer Geschmack. Dazu ein selbst gemachtes Kartoffelpüree, und fertig ist ein überraschend gutes Gericht.

FOODIE: Sehr vielen Künstlern ist ein nachhaltiger Lebensstil wichtig – wie ist es bei dir?

Janina Uhse: Das Thema geht uns alle etwas an, betrifft uns. Ich bin keine Missionarin: Aber wenn sich jeder mit seinen Möglichkeiten auseinandersetzt, findet auch jeder seinen Hebel zur Veränderung. Für den einen ist es, häufiger das Rad zu nehmen, statt sich ins Auto zu setzen, für den anderen, Plastiktüten zu vermeiden oder sich überwiegend pflanzlich zu ernähren. Nobody is perfect, aber mit kleinen Schritten kann jeder von uns etwas bewegen.

FOODIE: Worauf achtest du in puncto Nachhaltigkeit besonders? Und welcher Verzicht fällt dir schwer?

Janina Uhse: Ich versuche, weitestgehend regional und saisonal einzukaufen. Ein Siegel sagt nur bedingt etwas über ein Produkt aus. Deshalb im besten Fall, wenn man die Möglichkeit hat, direkt beim Erzeuger kaufen. Da geht man auf Nummer sicher. Natürlich wächst nicht alles auf heimischen Boden. Hin und wieder gibt es Bananen oder ein anderes exotisches Obst bei mir zu Hause. Darauf zu verzichten, würde mir sehr schwer fallen.

Biografie Janina Uhse

Die Schauspielerin Janina Uhse, 32, stammt aus einer Schaustellerfamilie und ist seit Kindertagen in vielen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Ab Januar ist sie in „Der Nachname“ von Sönke Wortmann im Kino zu sehen, die Fortsetzung des Erfolgsfillms „Der Vorname“. Ihre weitere große Leidenschaft gilt Food, sie hat einen eigenen YouTube-Kanal, ihr erstes Kochbuch heißt „Meine Glücklichküche".